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 Erstickungsanfall beim Anreichen des Essen

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Kommentare

23.11.2007 13:03 von Anonym PDL

Ich würde gerne genauer wissen, was mit "unsachgemäßer Anreichung" gemeint ist. Ansonsten ist dieser Begriff für mich sehr schwammig.

Auch finde ich es nicht angebracht, dass aufgrund der Tatsache dass die Pflegekraft eine Helferin ist, sofort zu argumentieren, es sei unsachgemäß gewesen.

Eine examinierte Kraft hat sich in der Umgebung aufgehalten, hätte also bei augenscheinlicher Gefährdung für den Bewohner schneller eingreifen können, bzw. müssen.

Natürlich sollte bei aspirationsgefährdeten Menschen das Anreichen durch Fachkräfte gewährleistet sein. Aber, es gibt dabei viele Nuancen: Ist eine Hilfskraft kompetent und umfassend angeleitet worden, dann ist sie in einer "normalen" Situation durchaus in der Lage Essen anzureichen.

Kleine Anmerkung am Rande:
Ich finde es spricht deutlich für die Mentaliät in einem Hause, dass wenn es zu Zwischenfällen bei Pflegehandlungen kommt, bei denen Hilfskräfte beteiligt sind, automatisch die Sichtweise vertreten wird, diese Menschen hätten es aufgrund unsachgemäßer Handlungsweisen ausgelöst.

Es gibt eine neuere, wie ich finde bessere Bezeichnung und zwar Pflegeassistenten.

Ich finde auch Pflegekräfte ohne Examen haben ein Minimum an Respekt im Umgang miteinander verdient. Denn die meisten - ebenso wie bei den Examinierten - leisten hervorragende und sehr engagierte Arbeit.


12.12.2007 13:46 von Sven

[...] Was war der Auslöser für den Erstickungsanfall? Bzw. wieso ist es zum Erstickungsanfall gekommen?
Schnelles Schlingen der Bewohnerin? Zu große Stücke?

Bitte etwas genauer beschreiben.


13.12.2007 12:06 von Anonym

Ich finde es ein bisschen übertrieben.
Auch bei einer exam. Pflegekraft kann es passieren, dass sich ein Bewohner an seinem Essen verschluckt.

Davor ist leider keiner geschützt.


01.06.2013 11:38 von Anonym

Bin selbst Betreuungskraft 87b. Bei einer Fortbildung wurde uns von einer Rechtsanwältin gesagt, dass Betreuungskräfte nur beim Essen unterstützen dürfen, z. B. das Besteck in die Hand geben, aber niemals Essen in den Mund eingeben dürften. Wenn dann jemand ersticken sollte, sind Plege und Pflegehilfskräfte abgesichert, Betreuungskräfte dürften es nicht und sind voll haftbar. Zuerst ermittelt die Kriminalpolizei. Und die Krankenkasse u. Angehörige können die Betreuungskraft verklagen.

Pfegedienst- und Heimleitung nahmen diese Aussage zur Kenntnis, verlangten von Betreuungskräften aber trotzdem, dass schwer demenzkranken Bewohnern, die das Besteck alleine nicht halten können, das Essen von uns angereicht wird. Die Heimleitung argumentierte, dass es in ihrer Amtszeit noch nie zu einem Erstickungsvorfall gekommen sei.


11.06.2013 14:59 von Anonym

Es ist unerheblich, ob ein Bewohner sich bei einer Fachkraft oder einem Helfer verschluckt. Das kann immer passieren. Wichtig ist, dass jeder geschult ist für diese Notfallsituation.

Erschreckender finde ich, dass dieser Vorfall nicht dokumentiert wurde. Was haben Pflegende zu verstecken? Wird etwas verheimlicht, schützt das nicht vor Wiederholung. Nur ein offner Umgang mit einer „Situation“ kann dazu führen, dass etwas verändert bzw. verbessert wird.


21.06.2013 19:18 von J.-U. Siedow

Nach meinem persönlichen Verständnis ist es unerheblich, ob eine Pflegefachkraft oder eine Pflegehilfskraft die Nahrung anreicht, denn das entscheidende Kriterium für Gefahrenabwendung liegt weniger in der Art des Anreichens, als vielmehr in der Befähigung bei einer Aspiration ersthelferisch tätig zu werden. Somit erklärt sich die Dringlichkeit der Ersthelferausbildung ein weiteres Mal.


03.07.2013 10:58 von M. Becker

Natürlich kann es jedem passieren, dass sich ein Bewohner/Patient verschluckt. Der wesentliche Punkt ist doch, dass man im vorhinein das Risiko einer Aspiration ermittelt, und dann festlegt, welche Qualifikation bei den Pflegenden, die das Essen anreichen, vorhanden sein muss ( siehe Expertenstandard "Sicherstellung der oralen Ernährung").

Je höher die Aspirationsgefahr (auch wenn sie auf Verhalten des Bewohners zurückzuführen ist; z. B. Schlingen), desto besser müssen die die Nahrung anreichenden Pflegenden qualifiziert sein. Diesen Umstand nicht zu dokumentieren, halte ich für im hohen Maße unprofessionell.