Zur Hauptnavigation springen Zur Informationsnavigation springen Zum Seiteninhalt springen

Aus kritischen Ereignissen lernen - Online-Berichts- und Lernsystem für die Altenpflege

Kategorien der BerichteKategorien der Berichte

InformationenInformationen

Tastatur-SteuerungTastatur-Steuerung

 Frühstück auf Toilettenstuhl

Derzeit können keine neuen Berichte und Kommentare eingereicht werden.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

Kommentare

Seite: erste vorherige 1 2 nächste letzte


13.11.2007 17:04 von Anonym

Haben Sie, verehrte Mitarbeiter/Innen schon einmal an die Leitung Ihres Hauses gedacht?

Da kann man doch verzweifeln, dass so etwas vorkommt.

Kann man sich denn gar nicht auf Mitarbeiter verlassen? Muss man sich um solche Selbstverständlichkeiten auch noch kümmern?

Da muss man keine Ausbildung haben um zu wissen, dass so etwas gar nicht geht.


14.11.2007 11:47 von Anonym

Um das hier gleich mal klar zu stellen: Als Pflegedienstleitung einer Einrichtung bleibt mir beim lesen dieses Berichtes die Luft weg.
Auch einige sicherlich gut gemeinten Hinweise in Bezug auf die Wohnbereichsleitung (von wegen sie müsse es verbieten) gehen lange nicht weit genug.

Solche Vorfälle bedürfen einer Abmahnung. Jeder, der dass selbst so macht oder auch nur billigend oder schweigend in Kauf nimmt, gehört abgemahnt. Inklusive Wohnbereichsleitung.

Noch was: Wieso bekommen PDL oder Heimleitung eigentlich nichts davon mit?
Oder nehmen die das ebenfalls in Kauf?

Auch hier sollte man sich mal die Frage stellen, wer eigentlich die PDL kontrolliert. Da wäre mitunter auch einmal der Träger gefragt.

Wenn ich sowas lese wird mir schlecht! Für mich ist das sogar ein Verstoß gegen Artikel 1 des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar.


19.11.2007 16:22 von Anonym

[...] Bei allem Zeitdruck, der in den Heimen herrscht, sollte den Bewohnern doch nicht noch das letzte bisschen Menschenwürde genommen werden.

Hier sollten klare Vorgaben durch die PDL gemacht werden, die diesem unwürdigen Vorgehen eine Ende setzen.

Allerdings wäre es wünschenswert, wenn in allen Einrichtungen diese Themen offener angesprochen würden.

Hier sehe ich vor allem die Wohnbereichsleitungen in der Pflicht. Von einer verantwortlichen Führungskraft darf man erwarten, dass das Pflegeteam auf einen menschenwürdigen Umgang mit den Bewohnern verpflichtet wird.


27.11.2007 18:10 von Peter

Als Heimleiter und auch Träger, seit mehr als 20 Jahren, muss ich diese Vorgehensweise auf das schärfste verurteilen, doch leider ist sie mir nichts Unbekanntes.

Im Verlauf meiner Tätigkeit habe ich mehrere Einrichtungen erworben, ausgebaut, modernisiert und durch diese Umstände immer wieder bestehendes Personal übernehmen müssen.

Und zu meinem tiefsten Bedauern musste ich in all den Jahren immer wieder auf solche Pflegenden treffen. [...] Es war häufig Gang und Gäbe, dass Bewohner auf Toilettenstühlen saßen oder festgebunden waren und ihre Mahlzeiten einnahmen. [...]

Doch es gab und gibt auch immer wieder sehr gute Mitarbeiter, die engagiert sind, die sich das nicht von solchen „Kollegen“ gefallen lassen, die Beruf als Berufung verstehen und nicht als Job.

Die einzige Chance als Heimleiter und Träger solche Zustände in seiner Einrichtung zu verhindern oder abzubauen, besteht nur darin, dass die „Guten“ animiert werden, die schlechten zur Ordnung zu rufen, sich der Leitung anzuvertrauen wenn solche Machenschaften bemerkt werden. Damit diese Menschen aus der Pflege entfernt werden können und die „Guten“ die Oberhand bekommen.

Nur steht diesem Vorgehen allzu oft das Arbeitsrecht entgegen bzw. müssen juristische und wirtschaftliche Überlegungen einbezogen werden, denn die Abmahnung allein ist nicht das wirksamste Instrument. Und vielfach kommt nach der Abmahnung oder dem Kritikgespräch der „gelbe Schein“ und man muss sehr gut den Zeitpunkt für diese Maßnahmen abwägen, denn sonst werden diese „Kämpfe“ auf dem Rücken der „Guten“ und der Bewohner ausgetragen.


04.08.2008 17:02 von Anonym

Dienstanweisungen alleine reichen nicht. Hier geht es um das Menschenbild an sich.

Die Leitlinien dieser Einrichtung sollten mit den Mitarbeitern kommuniziert werden.

[...] Bloße Vorschriften und sofortige personelle Konsequenzen helfen hier bestimmt nicht, sondern verschlimmern die Situation ggf. noch.


24.09.2008 18:44 von Christina

Die nächste Teamsitzung sollten alle mal kaffeetrinkend auf einem Toilettenstuhl (am Besten mit wohlriechendem Inhalt ) verbringen.
Ob sie dann immer noch den Zeitfaktor vorschieben, wenn sie bemerkt haben, wie erniedrigend so etwas ist?

Schade, dass so viele Menschen ihre moralischen Werte und ihre Höflichkeit verlieren, wenn sie hilflose Personen vor sich haben. [...]


15.03.2013 00:25 von Anonym

Ich arbeite in einem Pflegeheim, in welchem der geschilderte Sachverhalt von der stellvertretenden Wohnbereichsleitung bei einer Bewohnerin ebenfalls praktiziert wird. Als ich das neulich sah, ließ mich das emotional nicht mehr los.

Ich werde nächste Woche mit der stellvertretenden Wohnbereichsleitung sprechen und dafür eintreten, dass so nicht mit einem menschlichen Individuum verfahren werden kann. Wird sie es nicht einsehen, so werde ich es der PDL mitteilen. Da diese jedoch geschlossen auf der Seite der stellvertretenden Wohnbereichsleitung steht, wird sich ggf. keine Änderung einstellen. Dann werde ich den Qualitätsbeauftragten des Hauses um ein Gespräch bitten. Es kann doch nicht sein, dass ein Mensch derart entwürdigt wird.


27.03.2013 18:28 von Anonym

Ich melde mich hier als Angehörige wegen genau desselben Vorfalls. (Essen auf dem Toilettenstuhl, Sitzen auf dem Toilettenstuhl bei geöffneter Zimmertüre, von Hinten in die Einlage am Gesäß greifen, ohne vorher Bescheid zu sagen). Weder Wohnbereichsleitung noch die Heimleitung waren bereit, mir zuzuhören. Ich war plötzlich die "schwierige Angehörige", bei der das Personal schon die Augen verdreht hat, als ich zur Tür rein kam.

Im Endeffekt habe ich die Heimaufsicht informiert und der MDK ist zu einer Prüfung gekommen. Das Schreiben, das ich daraufhin von der Heimleitung erhalten habe war ernüchternd. Ich als Tochter hätte meinem Vater nicht die Chance und genügend Zeit gegeben, sich einzuleben.

Ich war entsetzt, bin in das Heim gefahren und habe meinen Vater abgeholt. […] Keinen Tag länger wollte ich ihm die Demütigung auf dem Klostuhl essen zu müssen mehr zumuten.

Aus meiner Sicht möchte ich sagen: Angehörige verlassen sich auf eine menschenwürdige Pflege. Wir Angehörigen denken, dass Pflegende Profis sind im Umgang mit den betagten Menschen. Wir sind froh, dass es gute Pflegende gibt. Meine Vorwürfe betreffen auch nur die schwarzen Schafe. Ich bin aber entsetzt, wie viele Personen vom Team zuschauen, ohne einzugreifen. So etwas ist kein Kavaliersdelikt. So etwas ist Missachtung der Menschenwürde.

Aus meiner Sicht möchte ich folgende Anregungen hier hinterlassen:

1. Pflegende müssen sich mehr engagieren in den Pflegeverbänden. So erreichen sie bei der Bundesregierung mehr Gehör für ihre Berufsgruppe. Ärzte erreichen mit solchem Druck ständig Gehaltserhöhungen. Das könnte die Pflege doch auch. […]

2. Der Personalschlüssel gehört angehoben - und zwar drastisch.

3. Schwarze Schafe gehören aus ethischen Gründen abgemahnt und letztendlich aus dieser Berufsgruppe ausgeschlossen - da hilft doch kein Vorleben oder Vormachen mehr. Pflegende brauchen Supervision und Selbstreflexion. Es ist doch offensichtlich, dass in dem beschriebenen Fall Pflegende ihre machtvolle Stellung missbrauchen, wenn ihnen Menschen ausgeliefert sind. Vermutlich aufgrund von fehlendem Selbstbewusstsein oder (mit Verlaub) aus Dummheit und mangelndem Fachwissen.

[…] Mittlerweile habe ich mich dafür entschieden, einen hervorragenden Pflegedienst zu engagieren, habe meine Arbeitszeit reduziert und Pflege meinen Vater selbst. Ich muss auf viel verzichten und es ist nicht leicht für mich. Aber ich hätte nicht mehr in den Spiegel schauen können, bei der Vorstellung, dass mein Vater bei offener Zimmertüre auf dem Klostuhl angebunden essen muss.

Erheben sie ihre Stimmen im Namen der Bewohner, die keine Angehörigen haben, die sich kümmern können.


24.04.2013 11:21 von Anonym

Als junge examinierte Fachkraft, zukünftige WBL aber vor allem als normal denkender Mensch habe ich keinerlei Verständnis für solche Praktiken.

Der Bewohner / Klient erwartet eine professionelle pflegerische Versorgung und keine Behandlung, die an Guantanamo denken lässt. Die Durchführenden gehören entlassen und die wissende Wohnbereichsleitung ihrer Position enthoben. Aber auch die Pflegedienstleitung gehört zur Verantwortung gezogen, denn hier liegen Defizite vor, die diese im Blick haben muss. Auf allen Ebenen passieren hier also "Fehler", die geändert werden müssen. Da gibt es keine Diskussion.

Alle Pflegenden, die von einer solchen Praktik wissen, stehen in der Verantwortung etwas zu unternehmen. Ich würde mich mal mit den Kollegen vom MDK auseinandersetzen - das geht ja auch anonym.

Und mal ehrlich: gute Pflegende sind überall gesucht und müssen so was nicht mitmachen.


08.05.2013 18:37 von j.- u. siedow

Ein solch unmögliches Verhalten muss sofort abgestellt werden. Eine solche Situation habe ich auch einmal erlebt und es ist ein Leichtes, dieses Verhalten der Kollegen abzustellen. Da bedarf es -in der Regel- noch nicht einmal der Androhung von Konsequenzen, sondern ein einfaches Gespräch, in welchem [...] die Menschenwürde benannt wird.

Wenn darauf keine Änderung des Verhaltens erfolgt, scheint das geistige Niveau zu niedrig zu sein - da darf schon gefragt werden, ob solches Verhalten in eine Pflegeeinrichtung hineinpasst, oder ob die Kollegin/der Kollege nicht doch besser an anderer Stelle beschäftigt sein sollte.


Seite: erste vorherige 1 2 nächste letzte