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 Bettlägeriger Bewohner erhält keine Anregung zur Beschäftigung

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Kommentare

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23.01.2008 15:11 von Han Solo

Zum Kommentar vom 18.01., 18:15 von Anonym:
Das ist es aus meiner Sicht worauf Altenheime sich sehr freuen. Mitarbeiter machen in ihrer Freizeit Ausflüge mit Bewohnern.
Ich glaube das ist nicht der richtige Weg für die Zukunft.

Ja man sollte schauen, dass man mehr ehrenamtliche Mitarbeiter gewinnen kann, aber nicht auch die sowieso stark eingebundenen Pflegemitarbeiter.

Es gibt in den Personalbemessungswerten für Pflegekräfte auch Werte für den Sozialen Dienst.
Hier sollte man auch mal den eigenen Betriebsrat einspannen, mal danach zu fragen.

Oder einfach mal die Heimaufsicht fragen, wie die das sehen. Denn die schauen auch immer mehr auf die Sozialdienst-Angebote in den Häusern.

Man sollte auch mal darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoll ist, die Sozialdienstmitarbeiter Wohnbereichen zuzuordnen, anstatt den Sozialdienst immer nur gruppenübergreifende Angebote machen zu lassen.
Dadurch fallen einfach zu viele Bewohner durchs Raster und haben kaum eine Chance, diese Angebote zu nutzen.


04.03.2008 14:57 von Anonym

Es gibt doch aber die Möglichkeit Ehrenamtliche einzusetzen.

Auch kann man die Angehörigen fragen, Leute von der Kirche oder gar auf Praktikanten zurück greifen.

Da muss es doch eine Lösung für jedes Heim geben.


04.03.2008 18:01 von Anonym

Ich arbeite als Fachkraft für Altenpflege in der sozialen Betreuung in einem Seniorenheim und weiß daher, wie wichtig es gerade für bettlägerige Bewohner ist, einer sensorischen Deprivation vorzubeugen.

Ca. 3 Stunden widme ich täglich ausschließlich unseren 5 bettlägerigen Bewohnern und halte diesen "Zeitaufwand" für notwendig und angemessen.


22.04.2008 14:12 von Anonym

Bettlägrig empfinde ich als Unwort.
Studien haben belegt wie schädlich "Bettlägrigkeit" ist.

Dazu empfehle ich ein hochinteressantes Buch:
"Festgenagelt sein": der Prozess des Bettlägerigwerdens durch allmähliche Ortsfixierung. Von Angelika Zegelin. Robert Bosch Stiftung (Hrsg.). - 1. Aufl. Hans Huber Verlag, Bern 2005


10.08.2013 10:44 von Anonym

Häufig fehlt Bewohnern die Motivation zu Aktivitäten. Die Aufgabe von Pflegenden ist es dann diese Motivation zu fördern. Dies ist nicht immer einfach, kann aber funktionieren. Wie und vor allem wie nicht, beleuchten folgende Fallbeispiele aus dem Buch „Altenpflege“ von Ilka Koether [Hrsg.], 3. Auflage, Thieme Verlag (2011):

Frau Hansen ist 85 Jahre alt, durch Arthrose in der Hüfte und den Knien sitzt sie im Rollstuhl. Durch das lange Sitzen ist ihr Rücken oft gebeugt und sie hat Probleme, die Arme anzuheben. Geistig ist die Dame für ihr Alter noch fit, ihre Stimmung ist jedoch oft gedrückt.

Fallbeispiel 1: Altenpflegerin Melanie kommt zu Frau Hansen, um sie zur Gymnastikrunde zu bringen. Sie nimmt ohne Vorwarnung den Rollstuhl von hinten, dreht die Bewohnerin um und sagt: ,,So Frau Hansen, jetzt geht's aber mal flott zur Gymnastikstunde. Etwas Bewegung kann lhnen bestimmt nicht schaden". Die Bewohnerin ist erschrocken und ganz aufgeregt, sie wedelt mit den Armen und ruft laut: ,,lch will nicht, Hilfe, Hilfe!"

Fallbeispiel 2: Altenpfleger Thomas kommt zu Frau Hansen und sagt in ziemlich monotoner Stimme: .Frau Hansen, unten ist Beschäftigung, da wird ein bisschen gehüpft und so. Wollen sie da auch hin?" Frau Hansen schüttelt niedergeschlagen den Kopf.

Fallbeispiel 3: Altenpflegerin Sabine kommt zu Frau Hansen, geht in die Knie und sucht den Blickkontakt. Sie sagt: ,,Frau Hansen, unten findet jetzt die Gymnastikstunde für Senioren statt. Dort können sie mit einfachen Bewegungsübungen ihrem Körper etwas Gutes tun und ihre Beweglichkeit und Muskeln trainieren. Das wirkt sich auch positiv auf den schmerzenden Rücken und die Arme aus. Von den anderen Bewohnern weiß ich, dass sie dort viel zusammen lachen. Herr Boll sagt immer: „An einer Olympiade werd' ich nicht mehr teilnehmen, aber ich kann trotz meiner Arthrose alle Übungen mitmachen und das ist ein gutes Gefühl.“ lch würde sie gerne zur Gymnastik hinbringen und auch wieder abholen. Schauen sie es sich an und machen sie die Übungen mit, die sie sich zutrauen. Was meinen sie?" Frau Hansen ist sich noch etwas unsicher, ob sie auch in der Lage ist, an den Übungen teilzunehmen, aber sie willigt ein, es sich anzuschauen. Sie wird der Gruppe vorgestellt und gleich miteinbezogen. Schnell nimmt sie auch aktiv an den Übungen teil und freut sich, dass ihr Körper doch noch etwas schaffen kann.


16.08.2013 11:27 von WBL

Wir haben in unserer Einrichtungen einige Regeln zusammengetragen, die bei der Motivation von Bewohnern beachtet werden sollten:

• Von vorne ansprechen, Blickkontakt

• Freundlichkeit, bewusster Einsatz von Körpersprache

• Langsam und deutlich sprechen

• Kurze Sätze

• Nicht mehrere Vorschläge gleichzeitig machen

• Gestik, Mimik, Haltung, Stimme) wiederholen

• nicht zu laut reden

• Möglichst wenig Fragen stellen (möglichst keine W-Fragen, Fragen, die mit ja oder nein beantwortet werden können)

• Entscheidungen selbst treffen lassen

• Nicht bevormunden, nicht korrigieren

• Vorschläge an Neigungen anpassen (z. B. Gruppenaktivität oder Einzelaktivität)

• Angstvermeidende, freundliche, akzeptierende Atmosphäre

• Tagesverfassung/Leistungskurve beachten

• flexibel sein (jeder Tag ist anders)

• Mit Ritualen und wiederholenden Elementen arbeiten (z. B. eine Beschäftigung pro Tag zur gleichen Zeit, mit bestimmtem Anfang/Schluss)

• Zeit lassen, das Tempo anpassen, (Warten können.)

• Tätigkeiten vormachen • Ideen aufnehmen, bestätigen, umsetzen

• Keine Vorschläge machen, unterfordern oder überfordern

Und: Wir Pflegenden sollten uns von dem Anspruch freimachen, immer eine möglichst spektakuläre Sache anbieten zu müssen.


01.09.2013 13:21 von Anonym

Zum Kommentar vom 18.01.2008, 18:15 von Anonym: Thema Bewohner/in im Auto mitnehmen.

Bei einem Unfall trägt die/der Fahrzeugführer/in allein alle Kosten, da sich die Versicherung garantiert querlegt, wenn Heimbewohner/innen im Privatauto herum gefahren werden.


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