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 Azubi trägt Gesamtverantwortung

09.08.2011 Handlungsfeld: Dienstplanung

 

Azubi trägt Gesamtverantwortung

Eine Auszubildende im ersten Lehrjahr ist ohne weitere Fachperson für einen Wohnbereich verantwortlich.


Weitere Beschreibung Information zur Beschreibung
Was ist passiert?Eine Auszubildende im ersten Lehrjahr wird als Pflegefachperson betrachtet und ist ohne weitere Fachperson in einem Wohnbereich dafür verantwortlich, Medikamente zu stellen, Insulin zu injizieren und Telefonate mit Ärzten zu führen.

Die Auszubildende fühlt sich völlig überfordert.
AuslöserDauerhafte schlechte Besetzung des Wohnbereichs. Gleichgültigkeit der Praxisanleitung.
Umgang mit der SituationViele Pflegende bestätigten der Auszubildenden, dass das nicht rechtens sei, da sie im ersten Lehrjahr noch gar nicht die Kenntnisse haben könne, den Wohnbereich alleine zu führen.

Es gibt aber auch Pflegende, die diese Situation als völlig selbstverständlich betrachten.
Verbesserungs-
vorschläge
Auszubildenden immer eine Pflegefachperson an die Seite stellen.
ArbeitsbereichPflege
ZeitFrühdienst
HäufigkeitWiederholt
VersorgungsformStationär » Klassisches Altenpflegeheim
BerichtendeMitarbeiter Pflege

Lesen Sie zu diesem Thema auch den Bericht "Azubis als Fachkräfte".

Dort finden Sie auch eine Stellungnahme des KDA.

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Kommentare

14.09.2011 12:33 von Anonym

Wenn die Heim- und die Pflegedienstleitung die Situation bewusst so durchgehen lassen, ist das unverantwortlich.
Dann ist es gerechtfertigt die Heimaufsicht oder den MDK zu benachrichtigen.


09.11.2011 09:56 von Anonym

Auszubildende arbeiten in der Praxis, um ihre Handlungskompetenzen zu erweitern.
Wenn es hingegen so ist, dass sie von Anfang aufgrund von Personalmangel die Verantwortung allein übernehmen müssen, ist es kein Wunder, wenn sich unprofessionelle Handlungsweisen einschleichen. Überforderung führt zu Fehlhandlungen und verhindert jegliches Lernen.

Allen Auszubildenden ist daher eine Pflegefachperson als Praxisanleitung an die Seite zu stellen. Deren ständige Begleitung kann ab dem dritten Lehrjahr dann reduziert werden, so dass die Auszubildenden zunehmend selbstständig arbeiten können. Vorausgesetzt natürlich die Fachkompetenz ist bis dahin gegeben.

Nur so kann erreicht werden, dass gut ausgebildete Pflegefachpersonen nachrücken können.


18.01.2012 22:52 von Anonym

Dieser Sachverhalt sollte dem Betriebsrat/MAV mitgeteilt werden. Nach § 87 BetrVg Abs1, Satz 2 kann dann der Dienstplan kontrolliert und dieser ggf. abgelehnt werden.


08.02.2012 22:31 von J.-U. Siedow

Bei mir überwiegt der Eindruck, dass der äußere Rahmen/die Bedingungen seitens der Einrichtung primär für die Situation verantwortlich gemacht werden.

Es gibt m. E. aber auch noch eine andere Variante das Problem zu betrachten: Ein Auszubildender - in der Regel meist volljährig und mündig - sollte genügend Verstand, als auch Courage haben, "aufgedrückte Verantwortlichkeit" abzulehnen.

Wenn jemandem, der aufgrund seiner Berufswahl ausdrücklich Verantwortung für gegebenenfalls Schutzbefohlene übernimmt, nicht deutlich wird, wann er eine unverantwortbare Leistung erbringen soll, dann steht die Eignung für den Beruf des Altenpflegers klar in Frage.

Courage und Mut sind "Grundpfeiler", auf denen die Übernahme von Verantwortung beruht. Wer nicht den Mut hat "Nein" zu sagen, wenn es angebracht ist, der sollte einen mit weniger Verantwortung einhergehenden Beruf ergreifen.


04.09.2013 17:18 von Anonym

Ich befinde mich auch im ersten Ausbildungsjahr und mir ist die gleiche Situation ebenfalls schon passiert, da sich all meine Kollegen in einer Brandschutzbelehrung befanden. Mit dieser Situation war ich vollkommen überfordert.

Es wäre wünschenswert solche Situationen zu ändern. Ich frage mich aber, wie ich als Azubi vorgehen sollte, da ich Angst vor einer Abmahnung bzw. Kündigung habe, wenn ich Fehler mache. Vielleicht kann mir ja mein Klassenlehrer oder die Schulleitung Lösungen aufzeigen.