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 Bewohner, der im Sterben liegt, wird geduscht

22.06.2011 Handlungsfeld: Für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen

 

Bewohner, der im Sterben liegt, wird geduscht

Eine Pflegefachperson duscht einen Bewohner, obwohl sich dieser bereits in der Sterbebephase befindet.


Weitere Beschreibung Information zur Beschreibung
Was ist passiert?Eine Pflegefachperson duscht einen Bewohner, obwohl davon auszugehen ist, dass sich der Bewohner bereits in der Sterbebephase befindet und er entsprechend kaum mehr zu mobilisieren ist.

Der Bewohner stirbt auch tatsächlich am Tag darauf.

Im Team wurde von drei weiteren Situationen berichtet, in denen die Pflegefachperson Bewohner, die bereits im Sterben lagen, geduscht hatte.
AuslöserMangelndes Verständnis und Einfühlungsvermögen in die Lage von sterbenden Menschen.
Umgang mit der SituationKeiner im Team fühlt sich verantwortlich, die Pflegefachperson anzusprechen bzw. zurecht zu weisen, obwohl sich doch alle über ihr Verhalten aufregen.
Es hieß, dafür sei die Leitung zuständig.
Verbesserungs-
vorschläge
Ich bin Auszubildender und wüsste nicht, wie ich es der Kollegin sagen sollte.
Ehrlich gesagt, habe ich auch Angst davor, richtig nieder gemacht zu werden.
ArbeitsbereichPflege
ZeitSpätdienst
HäufigkeitWiederholt » mindestens 4x
VersorgungsformStationär » Klassisches Altenpflegeheim

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Kommentare

24.06.2011 12:29 von D. Blaschke, Heimleiterin

Die Sterbebegleitung sollte grundsätzlich in einem Konzept oder ähnlichem beschrieben und dann für jeden Einzelfall im Team adaptiert werden. Hält sich dann eine Kollegin nicht daran, ist es Sache der direkten Vorgesetzten.
Diese muss es dann allerdings auch wissen.

Für einen Auszubildenden ist es sicher schwierig, eine Pflegefachperson zu kritisieren. Hier sehe ich in erster Linie die Fachkräfte des Teams in der Verantwortung. Aber Sie können das Thema Sterbebegleitung ja zum Beispiel ganz allgemein im Rahmen einer Wohnbereichsbesprechung anstoßen und um Erläuterung bitten, wie Bewohner im Sterbeprozeß begleitet werden sollen. Möglicherweise ergibt sich daraus eine entsprechende Diskussion und Aufarbeitung.

Bleibt dies erfolglos, sollten Auszubildende den Mut aufbringen und sich an Ihre Anleiterin oder Wohnbereichsleitung wenden.
Stillschweigen oder Murren hinter vorgehaltener Hand nützt niemand, am allerwenigsten den Bewohnern.
Pflege braucht engagierte und couragierte Mitstreiter.


24.06.2011 22:30 von arni

Bei diesem Bericht - aber auch bei vielen anderen - stellt sich für mich immer wieder die Frage, wie denn Wohnbereichsleitung, Pflegedienstleitung und Heimleitung ihre Verantwortung wahrnehmen.
Werden keine Pflegedokumentationen geschrieben? Oder werden sie von den genannten Personen nicht gelesen?


27.06.2011 22:32 von Anonym

Vielleicht hat sich der Bewohner, auch wenn er im Sterben lag, ja noch mal über einen spürbaren Kontakt gefreut.
Das wäre dann die bessere Alternative, als allein und einsam sterben zu müssen.

Ob es sich beim beschriebenen Duschen um eine "Grausamkeit" gehandelt hat, ist also erheblich zu hinterfragen.


09.07.2011 00:26 von Anonym

Gibt es denn kein Sterbekonzept in der Einrichtung? Dann sollte man überlegen, ein Konzept zu erstellen.
Ich denke, dieses Thema müsste dringend im Teamgespräch angesprochen werden.

Als Auszubildender würde ich meine Praxisanleitung darauf ansprechen. Beide zusammen könnten das Thema im Team ansprechen.


28.07.2011 09:27 von J.-U. Siedow

Die Darstellung ist nicht ausführlich genug, um zu beurteilen, ob das Duschen eine Qual, oder ein Labsal für den Bewohner dargestellt haben mag.
Was mich irritiert, ist, dass der Bewohner kaum mobilisierbar gewesen sei, aber doch geduscht werden konnte. An dieser Stelle wünschte ich mir eine genauere Aussage über die Art des Duschens (z. B. Duschtrage, also liegend?).

Es ist ohne die genaueren Umstände zu kennen kaum ein Urteil darüber möglich, wie sinnvoll die Aktion war, ob der Bewohner vielleicht auch in der Sterbesituation das Duschen als Wohltat, vielleicht gar als Entspannung empfunden hat.

Eine pauschale "Aburteilung" des Vorganges an sich, lehne ich ab, da entscheidende Schlüsselfakten nicht benannt sind.


10.08.2011 03:09 von Anonym

Die Frage, die doch als erstes gestellt werden müsste ist die, ob es vielleicht dem Wunsch des Bewohners entsprach, geduscht zu werden. Alles andere sind doch nur Mutmaßungen.
Ich würde eine von mir zu betreuenden Person, die im Sterben liegt, auch noch im Rollstuhl durch den Park kutschieren wenn diese es wünscht.


23.09.2013 01:10 von Anonym

Wenn man in der Ausbildung ist, ist es nicht ganz einfach seine Meinung durchzusetzen. Gute Fachkräfte hören sich aber alle Meinungen des Teams an und beziehen sie entsprechend in den Entscheidungsprozess mit ein.