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 Demotivation nach Prüfung

15.09.2009 Handlungsfeld: Arbeitsorganisation

 

Demotivation nach Prüfung

Eine anlassbezogene Prüfung ohne Beratung führt bei den Pflegekräften zu Orientierungslosigkeit und Demotivation.


Weitere Beschreibung Information zur Beschreibung
Was ist passiert?Aufgrund von Beschwerden über die Einrichtung führen Vertreter des MDK und der Heimaufsicht eine anlassbezogene Überprüfung durch.

Da der Eindruck vermittelt wird, dass bisher alles falsch gemacht wurde, führt diese Überprüfung bei den Pflegekräften zu Orientierungslosigkeit und Demotivation.

Es kommt nun unter den Pflegekräften zu Verdächtigungen und Unterstellungen, wessen Verhalten zu den Beschwerden geführt hat.
AuslöserBei der Überprüfung durch eine ganze Gruppe von Vertretern des MDK und der Heimaufsicht erfolgte keinerlei Beratung.
Es wurde nur nach Misständen gesucht. Die gesamte Dokumentation wurde angezweifelt.
Es bestand keine Bereitschaft, mit den durch die Beschwerden beschuldigten Pflegekräften, selbst zu sprechen.

Es enstand der Eindruck, als ob die Vertreter des MDK und der Heimaufsicht sich gegenseitig demonstrieren wollten, wer strenger und daher besser ist.
Positive FaktorenKeine
Umgang mit der SituationVon den Pflegekräften und der Leitung wird nun versucht, sich gegenseitig zu motivieren und sich zu erklären, woher die Böswilligkeit der Prüfer kam.

In dieser katastrophalen Situation wurde damit begonnen, die beanstandeten Mängel zu beheben.
Verbesserungs-
vorschläge
Die Vertreter von MDK und Heimaufsicht sollten sich bewusst werden, dass eine Verbesserung der Qualität nur durch Beratung und Erklärung dessen, was gefordert ist, herbei geführt werden kann.

Sie sollten sich auch bewusst werden, wie viel Kraft es kostet, die Pflegekräfte trotz hoher Arbeitsbelastungen und ständig wachsender Anforderungen Tag für Tag aufs Neue zu motivieren.
ArbeitsbereichPflege
ZeitFrühdienst
HäufigkeitErstmalig
VersorgungsformStationär » Klassisches Altenpflegeheim
BerichtendeLeitung

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Kommentare

18.09.2009 10:17 von J.-U. Siedow-Schneidereit

Soweit mir bekannt ist - und wie auch im Bericht erwähnt- werden die Negativkriterien dezidiert benannt.
Aus diesem Grund sehe ich es als nicht gar so gravierend an, dass eine Beratung nicht stattgefunden hat.

Es ist zwar ein ärgerlicher Umstand, aber er ist trotzdem geeignet, in Zukunft einen Erfolg bei der Aufarbeitung der Fehler verzeichnen zu können.
Wenn Fehler benannt werden, ist dieses eine Chance für die Einrichtung.

Im Kontext erscheint es mir so, als würde im Rahmen der beschriebenen Prüfung mehr Wert auf die Feststellung der vermeintlichen "Boshaftigkeit" der Prüfer gelegt, als auf die gewonnenen Erkenntnisse, welche zu einer Veränderung von Mißständen führen können.
MDK und Heimaufsicht -und dies scheint ein Umstand zu sein, welcher gerne übersehen wird, sind doch willkommene Werkzeuge, um die Verbesserung der Qualität durch Mitarbeit aus den eigenen Reihen vorantreiben zu können.

Ich habe bisher immer den Prüfstatus als willkommene Gelegenheit zur Überarbeitung der eigenen Qualität angesehen und somit auch nie eine negative (emotionale) Behaftung einer Prüfsituation erleben müssen. "Chance durch Kritik" ist eher ein treffender Umstand, als die Ansicht "gegängelt zu werden".

Demnach gilt: Nutzen wir die Chancen, welche uns durch eine Prüfung und eine Bennenung der Mißstände geboten werden.


24.09.2009 19:49 von Anonym

Pflegekräfte, die demotiviert sind, weil offenbar berechtigte Fehler beanstandet wurden?
Sollte es nicht eher so sein, dass sie dann gerade motiviert sind, Dinge besser zu machen?

Jede Pflegekraft sollte sich fragen, was sie zu einem gemeinsam zu erstellendem Konzept zur Fehlerbehebung beitragen kann und in der ganzen Angelegenheit einen gegenseitigen Motor sehen.


06.10.2009 15:37 von Anonym

Der Bericht vermittelt den Eindruck, dass mehr Energie darauf verwandt wird, sich selbst zu bemitleiden und die Boshaftigkeit des MDK zu beklagen, statt an der Lösung der Probleme zu arbeiten.

Schließlich gab es Beschwerden und einen Benennung von Mängeln, die zu einer anlaßbezogenen Prüfung durch den MDK geführt haben.

Zweifellos ist eine Beratung durch den MDK hilfreich und wünschenswert (und wurde bei den Prüfungen unserer Einrichtung auch immer geleistet, einschließlich der Benennung positiver Faktoren). Allerdings ist es in erster Linie Pflicht und Aufgabe der Einrichtung, Qualität zu erbringen und die Bewohner und Bewohnerinnen gut zu versorgen. Nicht der MDK muss die Einrichtung über ihren Versorgungsauftrag aufklären, die Einrichtung muss schon selbst dafür sorgen, auf dem Stand der Dinge zu bleiben.

Seltsam mutet auch an, dass die Beschwerden oder Probleme intern vorab nicht erkannt wurden. Gibt es kein internes Qualitätsmanagement und -controlling? Wie steht es mit Beschwerdemanagement und Bewohner-/Angehörigenbefragung? Gaben die turnusmäßigen Prüfungen keine Hinweise?

Also: offensiv die Mängel angehen. Und das Heft selbst in die Hand nehmen, statt auf Hilfestellung von außen zu warten.


17.11.2009 21:07 von Anonym

[...] Auch ich habe verschiedene Prüfungen erlebt, die in ihrer Qualität absolut unterschiedlich waren. Dementsprechend kann ich nachvollziehen, dass eine Prüfung wie berichtet erlebt werden kann.

Wichtig ist, nach einer Prüfung nicht nur die Mitarbeitenden zu kritisieren, sondern auch die Strukturen zu betrachten. Wenn alle Mitarbeitende später demotiviert sind, wird die Qualität sicherlich nicht besser.

Verbesserung ist in der Pflege das wesentliche Ziel, da stimme ich dem vorherigen Kommentar zu.

Aus meiner praktischen Erfahrung kann ich aber berichten, dass Lückenlosigkeit in der Dokumentation eine fast unlösbare Aufgabe ist. Ich muss täglich Eintragungen verlangen, die Mitarbeitenden darin schulen und die Eintragungen kontrollieren und trotzdem finden sich in den Kontrollen - zumindest bei uns - immer wieder Lücken.
Eine Lücke bedeutet nach Aussage der Prüfenden eine nicht erbrachte Leistung und damit eine Gefahr für die Bewohner/innen.

Bestreben um ständige Verbesserung sollte bedeuten, auch nach Möglichkeiten zu suchen, wie eine lückenlose Dokumentation erreicht werden kann. Und natürlich Tipps und Verbesserungsvorschläge anzunehmen.
Ich bin für jeden Tipp dankbar.