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 Bettlägeriger Bewohner erhält keine Anregung zur Beschäftigung

09.10.2007 Handlungsfeld: Sich förderlich beschäftigen

 

Bettlägeriger Bewohner erhält keine Anregung zur Beschäftigung

In einem Pflegeheim werden zwar vormittags Beschäftigungsangebote vorgehalten, allerdings nicht für die Bewohner, die ständig im Bett verbleiben.


Weitere Beschreibung Information zur Beschreibung
Was ist passiert?Heimbewohner verbringt den ganzen Tag ohne Beschäftigung im Bett.
AuslöserAuf Nachfrage bei der Heimleitung wurde auf den Veranstaltungskalender hingewiesen.
In diesem sind vormittags verschiedene Angebote (z.B. Basteln, Singen) aufgelistet.
Bewohner, die ständig im Bett liegen, bekommen keinerlei Anregung zur Beschäftigung - außer Radio und Fernsehen.
Positive FaktorenVormittags finden tatsächlich Angebote statt, allerdings nur für Bewohner, die noch gehen oder mit dem Rollstuhl fahren können.
Umgang mit der Situationnichts passiert
Verbesserungs-
vorschläge
Ich kann als Berufstätige leider nicht tagsüber zu Besuch kommen.
ArbeitsbereichSonstige » Betreuung
ZeitSpätdienst
HäufigkeitWiederholt
VersorgungsformStationär » Klassisches Altenpflegeheim
BerichtendeSonstige Tochter
BeteiligteLeitung

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Kommentare

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11.10.2007 12:03 von Anonym

Alle Pflegeeinrichtungen schließen mit den Landeskassen einen Versorgungsvertrag §75 ABS.1 SGB XI in dem auch die soziale Betreuung geregelt ist: "Durch Leistungen der sozialen Betreuung soll die Pflegeeinrichtung für die Pflegebedürftigen einen Lebensraum gestalten, der ihnen die Führung eines selbständigen und selbstbestimmten Lebens ermöglicht sowie die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft innerhalb und außerhalb der Einrichtung beiträgt........"

Leider lässt die heutige Personalsituation nach den in den Bundesländern unterschiedlichen Pflegeschlüsseln, kaum viel Spielraum für Angebote.
Diese Situation ist auch für viele Mitarbeiter in der Pflege belastend. Sie würden gerne ein Mehr den Bewohnern anbieten vor allem im sozialen-begleitenden Dienst.

Trotzdem bin ich der Auffassung das eine Einrichtung ALLEN Heimbewohnern eine soziale Begleitung zugestehen sollte und nicht nur auf einen Veranstaltungskalender verweisen oder, was in vielen Einrichtungen oft praktiziert wird, nur "fitten Bewohnern" ein Angebot unterbreiten.
Es gibt viele Möglichkeiten demenzkranken, pflegebedürftigen und bettlägrigen (gibt es das überhaupt noch???) Menschen sozial zu integrieren. Und wenn auch nur 2 mal in der Woche z.B. ein sensomotorisches, kognitives... Training angeboten wird.

Übrigens überprüft der MDK in seinen Qualitätsprüfungen auch: " Gibt es eine schriftliche Regelung bezüglich der sozialen Betreuung in einem Konzept?".
Diese Regelung bezieht sich auf ALLE Bewohner einer Einrichtung.


11.10.2007 12:42 von Anonym

Warum liegt Ihre Mutter den ganzen Tag im Bett?
Ist es nicht möglich sie stundenweise in einen Pflegestuhl zu setzen?

In unserer Einrichtung versuchen wir - natürlich nur wenn es für den Bewohner nicht mit Schmerzen verbunden ist - auch schwere Pflegefälle ab und zu aus dem Bett zu holen. Morgens eine Stunde würde ja schon ausreichen.


11.10.2007 13:42 von Anonym

Schade eigentlich, denn fast alle Bewohner könnten in einen Liegerollstuhl mobilisiert werden, wenn dieser vorhanden ist oder auch entsprechende Lifter zur Umlagerung.
Niemand muss dazu verdonnert sein, sein Leben im Bett zu verbringen, fernab vom normalen Alltag. Auch ein entsprechender Pflegerollstuhl tut sein Bestes! (Wird aber nicht gerne von den Kassen bewilligt!!)

Traurig ,wenn ein Mensch nicht mehr von sich aus aufstehen kann bzw. mobilisiert wird und sich tagsüber ein schlichtes Mobile oder eine weiße Wand anschauen oder das ständige Gedudel eines Radios anhören muss. Und das zwangsweise.
WIE WÜRDE ES UNS WOHL ERGEHEN?


11.10.2007 15:12 von Anonym

Eine stationäre Pflegeeinrichtung sollte für die bettlägrigen Bewohner eine sog. Einzelbetreuung bieten.
Um dies zu realisieren, müssen unter Umständen Gruppenangebote zeitlich reduziert oder gar gestrichen werden, um personelle Ressourcen freizusetzen.
Doch auch dann sind die zeitlichen Möglichkeiten leider nur sehr begrenzt.

Bei einer Einrichtung mit 75-80 Heimplätzen kann man bei den Vergütungsvereinbarungen ca. 3 Vollzeitstellen für den sozialen Dienst/Seniorenbetreuung verhandeln. Von diesen fällt notwendigerweise 1 Vollzeitstelle auf die/den Sozialarbeiter/in, welche die Hälfte bis 3/4 ihrer Arbeitszeit mit Heimverwaltungstätigkeiten gebunden ist.

Verbleiben im günstigsten Fall 2,5 Vollzeitstellen für die Seniorenbetreuung.
Die Ausfallzeiten sind hierbei mit enthalten! Verbleiben bei einem realistischen Ausfall durch Urlaub, Erkrankung, Pflichtfortbildungen, Fachfortbildungen, Qualitätszirkel von 15-20 % noch ca. 2 Vollzeitstellen im Durchschnitt in der Anwesenheit.

Deren direkte Zeit wird für die Bewohner/-innen nun nochmals durch den nicht unerheblichen Aufwand für das Führen der Pflegedokumentation reduziert.

Auch die notwendige Vor- und Nachbereitung der einzelnen Angebote muss in Abzug gebracht werden.

Die verbleibende Zeit von vielleicht 1 Stunde/Bewohner/-in pro Woche! soll nun 75-80 Bewohner/-innen und deren Angehörige zufriedenstellen. Das wird immer ein Drahtseilakt bleiben.

Trotzdem sollte ein Einzelbetreuungsangebot im Rahmen der Möglichkeiten realisiert werden.
Da Ihr Angehöriger an keinem der Angebote des Veranstaltungskalenders teilnehmen kann, halte ich den lediglichen Hinweis der Heimleitung auf diesen ohne weitere Erklärungen und Überlegungen zu Lösungen für unprofessionell.


15.10.2007 11:18 von Anonym

Meines Erachtens fehlen auch Beschäftigungen/Aktionen für Demenzkranke/Alzheimerkranke, die zwar nicht bettlägerig sind, aber zusätzlich zu ihrer Krankheit fast taub sind!

Die Angebote in der Pflegeeinrichtung [...], in der mein Vater wohnt, sprechen nur die Menschen an, die noch hören können.
Meine Mutter hat deshalb in der gleichen Einrichtung für sich eine Wohnung mit "Betreutem Wohnen" gemietet, damit sie wenigsten am Nachmittag meinen Vater individuell betreuen kann.

MfG Dorothea Ries


15.10.2007 12:41 von Han Solo

Das ist leider immer noch die Regel in vielen Häusern.

Dabei gibt es heutzutage viele Sachen, um das Zimmer auch schon interessanter zu gestalten, damit auch hier eine Anregung stattfinden kann.

Zum Beispiel kann man Rankgitter über dem Bett anbringen, das man dann Jahreszeitlich gestalten kann, teilweise mit Dingen die sich drehen oder bewegen.
Man kann Türplakate über dem Bett oder an der Wand zum ansehen aufhängen.
Snoezelelemente können hier auch schon anregen, z.B. Wassersäulen, Lichtobjekte, Entspannungsmusik oder einfach Musik, die dem Bewohner gut gefällt.

Manchmal ist auch das Vorlesen von Büchern oder der Tageszeitung eine schöne Abwechslung. Oder einfach nur regelmäßige Besuche mit einem Gespräch.
Und ansonsten ist es natürlich toll, wenn auch hier Betreuung angeboten werden kann.

Leider gibt es in vielen Häusern noch zu wenige Betreuungspersonen, die ein Betreuungsangebot für alle Bewohner eines Hauses abdecken könnten.

Hier sehe ich für die Zukunft ein mögliches Potential für ehrenamtliche Mitarbeiter.


15.10.2007 12:45 von Anonym

Die soziale Betreuung in Altersheimen ist leider sehr schlecht, da dafür zu wenig Personal eingestellt ist.

Rüstige Bewohner können ihre Rechte einfordern, bettlägerige leider nicht.

Es müssten mehr Stellen für die Sozialbetreuung gesetzlich verankert sein.

Jedoch erfahren auch bettlägerige durch das Pflegepersonal Zuwendung und Gesprächsangebote. Es müsste das Pflegepersonal besser geschult werden für kleinere Aktivierungsangebote im Bewohnerzimmer.

Der Einsatz von Aromaölen beim Waschen würde eine Stimulierung bedeuten im olfaktorischen Bereich, natürlich in Absprache mit dem Hausarzt. Dies wäre ein kleiner Schritt zur Verbesserung.


16.10.2007 12:36 von Anonym

Beschäftigungsangebote kann der nutzen, der sich noch zeitlich und räumlich orientieren kann.

Wer eine Begleitung braucht, hat diese oft nur, wenn er einen Freund im Heim hat oder wenn Zivis, Praktikanten oder ehrenamtliche Helfer das Heim unterstützen.

Wenn das Heim einen Personalschlüssel wie der Maßregelvollzug hätte, wären sicher tägliche Einzeltherapien möglich.

Manche Krankheitsbilder bringen es mit sich, dass der Patient depressiv und antriebslos ist. Dann muß er motiviert werden: sich doch in den Rollstuhl setzen zu lassen oder dieses und jenes Beschäftigungsangebot wahrzunehmen, selbst zu essen oder das Essen nicht abzubrechen.

Bettlägerige Patienten brauchen auch Beaufsichtigung.

Man glaubt es als Angehöriger oft nicht, wozu sie fähig sind. Wenn ich meinen Vater besuche liegt er immer auf dem Rücken. Mit Hilfe des Deckengriffs bringt er sich von der Seitenlage zurück auf den Rücken und ist davon aufgelegen.
Letztens wurde ich Zeuge dieser halsbrecherischen Turnaktion.

Ich habe meinen Vater selbst 2 Jahre gepflegt und habe dabei unwahrscheinliche Dinge erlebt, so dass es immer schwierig ist zu unterscheiden, liegt es an ihm oder am Personal.


17.10.2007 14:59 von Anonym

Wir haben in unserer Einrichtung 110 Plätze. Dort wohnen fast nur Menschen mit Demenzerkrankungen. Allerdings gibt es für die soziale Betreuung bzw. Beschäftigung nur eine(!) volle Stelle.

Der Sozialdienst macht mit seiner vollen Stelle nur Beratung und Verwaltung.

Manchmal haben wir den Eindruck, dass alle Tätigkeiten, die direkt mit den Bewohnern passieren, von den Sozialarbeitern möglichst gemieden werden und dass die meisten sich auf Verwaltungsarbeiten oder z.B: Qualitätsmanagement beschränken.

Dabei wird die soziale Betreuung durch die Pflegeversicherung abgedeckt.


17.10.2007 17:15 von Han Solo

Hallo 17.10. Anonym,
es ist schlimm, dass so etwas in Altenheimen noch vorkommt. Leider ist es häufig so, das es zu wenig Mitarbeiter in der Sozialen Betreuung gibt.

Ich glaube, dass es für ein Haus mit 110 Bewohner mehr als 1 Stelle gibt.
Der Betriebsrat sollte wissen, wie es mit der Stellenverteilung im Haus aussieht.
Häufig werden Stellenanteile auch in die Pflege gegeben.

Eigentlich sollte gesetzlich festgelegt werden, dass in jedem Altenheim ab einer bestimmten Größe eine gewisse Anzahl an Altentherapeuten / Beschäftigungstherapeuten arbeiten. Aber da sind wir noch lange nicht.

Ich habe mich mal in einem Haus vorgestellt, da war eine ausländische Pflegehelferin, die hat vormittags in der Pflege gearbeitet, danach hat sie Bewohnern in der Mittagszeit die Haare gemacht und wenn noch Zeit blieb, hat sie am Nachmittag noch Beschäftigungsangebote gemacht.
Diese Frau wurde mir von der PDL beim Vorstellungsgespräch als die ideale Mitarbeiterin vorgestellt.

Ich glaube der Stellenwert von Sozialdienst-Mitarbeitern ist leider immer noch zu gering.


18.01.2008 15:53 von Thomas

Eine erste ketzerische Frage:
Möchte der Heimbewohner diese Maßnahmen?

Ansonsten gilt:
Wie vielen anderen Bewohnern/Angehörigen geht es denn im Haus genau so?

Bündeln Sie ihre Ansprüche.

Weiß der Heimbeirat darüber Bescheid?

Sorgen Sie dafür, dass, wenn nötig, ein Angehörigenbeirat gebildet wird, der regelmäßige Treffen (im besten Fall im Altenheim) veranstaltet.

Zeigen sie ihre Wertschätzung und laden sie die Pflegedienstleitung und Heimleitung mit ein.

Sie können auch z.B. einen "Förderverein zur Beschäftigung und Pflege" für das Altenheim XY gründen.
Ich denke es gibt unter Umständen auch nicht-berufstätige Angehörige im Altenheim, die man mit einbeziehen kann.

Fragen sie nach, ob es Ehrenamtliche gibt, die das übernehmen können. Gibt es vielleicht Besuchsdienste oder ähnliches am Ort?

Stellen Sie ihre Ideen dar.
Das sollte positiv aufgenommen werden.

Auch das Altenheim und nicht nur der einzelne Bewohner hat durch solche Konzepte einen Vorteil.


18.01.2008 18:45 von Anonym

Es ist zu schade, leider passiert genau das auch bei uns in der Einrichtung.
Nur wir Pflegekräfte können in unseren kleinen Zeitfenstern auch nicht allzu viel Abwechslung bieten.

Ich als Auszubildende schnappe mir auch hin und wieder mal Bewohner in meiner privaten Zeit und mache Ausflüge. Erst recht, seit dem ich meinen Führerschein habe.
Aber ich habe ja nun auch noch ein Leben außerhalb der Einrichtung.

Ich würde mir auch mehr Animation für bettlägerige Personen wünschen.


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